„Wir sind vorsichtig, wollen uns aber nicht zu sehr einschränken lassen.“

Barbara, 53, war in ihrer Familie die Erste, die Allergien hatte – später haben auch ihre Mutter und Oma Heuschnupfen bekommen. Als ihr Sohn auf die Welt kam, hat Barbara extra lang gestillt und alles getan, was man damals geraten hat, damit er davon verschont bleibt. Doch Samuel, 14, hatte schon im Kleinkindalter Heuschnupfen und Asthma. Heute steckt der Jugendliche das ziemlich cool weg – zum Glück ist es auch besser geworden.

Drei Fragen an Barbara und Samuel

Wann fingen bei Euch beiden die Allergien an und wie kommt Ihr damit klar?

Barbara: Bei mir fingen Heuschnupfen und erste Lebensmittelallergien im Pubertätsalter an – das allergische Asthma dann mit Anfang 20. Ich muss gestehen, dass ich das alles in jungen Jahren nicht so sonderlich ernst genommen habe. Ich habe mir jährlich mein Rezept für das Asthmaspray geholt, mich mit Augentropfen eingedeckt und mich ansonsten damit abgefunden. Auch, wenn ich mir manchmal am liebsten die Augen ausgekratzt hätte. Nach Samuels Geburt hat unser Kinderarzt immer betont: „Man vererbt nicht die Allergie, nur die Veranlagung dazu.“ Trotzdem hat Samuel so ziemlich dieselben Allergieauslöser wie ich: Frühblüher, Gräser, Hausstaubmilben, Katzenhaare und allerlei Obstsorten und Nüsse – also die klassischen Kreuzallergien. Leider hat sich das bei ihm schon früh gezeigt, sogar Allergisches Asthma hatte er schon mit vier Jahren. Da er ein Frühlingskind ist, haben wir seinen Geburtstag früher oft im Wald mit Lagerfeuer gefeiert – danach hat er manchmal ganz arg gepfiffen und gehustet, aber nach einem Bad und zwei Hüben vom Spray war’s meist wieder vorbei.

Samuel: Wenn ich in der Heuschnupfenzeit viel draußen bin, ist das immer noch manchmal so. Da brauch ich abends mein Spray und es nervt mich voll, wenn alles juckt. Aber insgesamt war’s in den letzten Jahren nicht mehr so schlimm – ist von allein besser geworden.

Barbara und Samuel

Was habt Ihr bisher gegen die Allergien unternommen?

Barbara: Mit den ersten sonnigen Tagen im Februar checke ich unsere Hausapotheke und besorge alle Medikamente neu, die abgelaufen oder leer sind: Anti-Allergie-Tabletten, Augentropfen, Asthmasprays und eine Augen-Nasen-Salbe, die uns beiden gut gegen den Juckreiz und auch vorbeugend hilft. Damit befülle ich für jeden ein kleines Beutelchen, das wir immer überallhin mitnehmen.

Samuel: Mama erinnert mich immer an den Allergiebeutel, wenn ich mit meinen Kumpels zum Skateboarden gehe oder mit dem Rad zum Baden fahre. In der Schule und bei Klassenfahrten hab ich ihn auch immer dabei. Damit fühl ich mich sicher und lass’ mir meinen Spaß nicht verderben. An den Papa-Wochenenden darf ich ihn auch nicht vergessen, denn Papa hat Katzen. Aber auf die reagiere ich fast nur noch in der Heuschnupfenzeit.

Barbara: In dieser Zeit sind wir beide empfindsamer – ich bekomme dann sogar manchmal leichte Atemnot, wenn ich Wein trinke. Und ganz oft, wenn ich Obst oder Blumen in der Hand hatte und danach die Augen berühre, fährt das ganze Abwehrsystem hoch: Augenjucken, Niesen, Triefschnupfen, asthmatischer Husten – das volle Programm. Da geht es dann nicht ohne Medikamente.

Eine Hyposensibilisierung haben wir bisher beide nicht gemacht. Aber im nächsten Herbst will ich unbedingt damit anfangen. Vor allem für Samuel hoffe ich, dass er dadurch vielleicht sogar alle Allergien ganz wegbekommt und das allergische Asthma ein für alle Mal los ist.

Was hilft Euch im Alltag gegen die Allergien?

Barbara: In der „heißen Phase“ muss ich zu Hause häufiger staubsaugen, wischen und Bettbezüge wechseln. Wir haben beide auch spezielle Bezüge (Encasings) gegen die Milbenallergie. Ansonsten wird in diesen Wochen fast täglich abends geduscht und Haare gewaschen – das beruhigt immer. Und wenn’s mal wirklich ganz heftig ist, bleiben wir halt mehr im Haus – und hoffen auf Regen. Insgesamt bin ich schon vorsichtig und achtsam, aber ich will mich von den Allergien auch nicht zu sehr einschränken lassen und glaube, dass eine totale Vermeidung eher kontraproduktiv ist.

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